Um alle Funktionen dieser Website optimal nutzen zu können, benötigen Sie JavaScript.
Eine Anleitung, wie Sie JavaScript in Ihrem Browser einschalten, finden Sie hier.

Neuigkeiten

G-BA-Beschluss zu einem gestuften System von Notfallstrukturen in Krankenhäusern am 19.05.2018 in Kraft getreten

Am 19.05.2018 ist der G-BA-Beschluss vom 19.04.2018 zu einem gestuften System von Notfallstrukturen in Krankenhäusern (§ 136c Absatz4 SGBV) einschließlich einer Stufe für die Nichtteilnahme an der Notfallversorgung in Kraft getreten.

Die DIOcert prüft auf Wunsch die vorhandenen Notfallstrukturen nach der Regelung des G-BA als add-on zu bestehenden Verfahren oder als einzelnes Verfahren und bescheinigt die zutreffende Einstufung - siehe Zertifizierungen.

Unterschieden werden zukünftig drei Stufen der Notfallversorgung:

  • Die Basisnotfallversorgung – Stufe 1
  • Die erweiterte Notfallversorgung – Stufe 2
  • Die umfassende Notfallversorgung – Stufe 3

In dem Beschluss sind für jede Stufe der Notfallversorgung Mindestvorgaben zur Art und Anzahl von Fachabteilungen, zur Anzahl und Qualifikation des vorzuhaltenden Fachpersonals, zur Kapazität zur Versorgung von Intensivpatienten, zur Medizinisch-technischen Ausstattung sowie zum zeitlichen Umfang der Bereitstellung von Notfallleistungen differenziert festgelegt.

Je nach Einstufung erhalten Krankenhäuser Zuschläge für ihre Beteiligung an der Notfallversorgung, bzw. Abschläge bei Nicht-beteiligung an der Notfallversorgung.

Die DGINA war aktiv an der Ausgestaltung der Mindestvorgaben beteiligt. So findet sich für alle Stufen z. B. die Anforderung für das DGINA Zert-Verfahren, dass “die ZNA eine räumlich abgegrenzte, fachübergreifende Einheit mit eigenständiger fachlich unabhängiger Leitung“ sein muss. Dies muss spätestens nach einer 3-jährigen Übergangsfrist gewährleistet sein.

Für die Spezielle Notfallversorgung, wie z. B. Kinder, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen am Herzen werden Module beschrieben, in denen differenziert die Anforderungen beschrieben sind. Die Einstufung der speziellen Notfallversorgung erfolgt analog zu den oben genannten Stufen.

Weitere wichtige Anforderungen beziehen sich auf die Anzahl und Qualifikation des Personals. Zu nennen sind hier z. B. die Zusatzweiterbildung „Klinische Notfall- und Akutmedizin“ für den ärztlichen Dienst und die Zusatzqualifikation „Notfallpflege“.

Das jetzt umzusetzende gestufte System der Notfallstrukturen wird insbesondere kleinere Krankenhäuser, die bisher eine Notfallversorgung durchgeführt haben, vor nicht unerhebliche Probleme stellen. Dies bedeutet nicht, dass diese Krankenhäuser keine Notfallversorgung anbieten dürfen und schließen müssten. Die allgemeine Hilfeleistungspflicht dieser Häuser bleibt unberührt.

Das Notfallstufensystem führt aber auch dazu, dass diejenigen Krankenhäuser, die die Anforderungen der Regelung erfüllen und sich unter Einhaltung der Mindeststandards an der Notfallversorgung beteiligen, durch Vergütungszuschläge finanziell unterstützt werden.

Zudem ist durch eine Länderöffnungsklausel die Möglichkeit eröffnet, dass Krankenhäuser, die die Voraussetzungen des Beschlusses nicht erfüllen, bei regionalen Besonderheiten von den Landesplanungsbehörden als Notfallkrankenhäuser ausgewiesen werden können, die dann budgetneutral an der Notfallversorgung teilnehmen.

Es wird geschätzt, dass von den ca. 1.750 allgemeinen Krankenhäusern etwa 1.120 (64%), Zuschläge erhalten werden. Die Höhe der Zuschläge wird nicht vom G-BA festgelegt, sondern von den Vertragspartnern auf Bundesebene vereinbart. Vertragspartner sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der GKV-Spitzenverband und der Verband der privaten Krankenversicherung. Diese Zuschläge sollen eine wirtschaftlich tragfähige Vorhaltung von Ressourcen für die Notfallversorgung der Bevölkerung ermöglichen.

Der Beschluss ist nachzulesen unter:

https://www.g-ba.de/downloads/39-261-3301/2018-04-19_Regelungen-Notfallstrukturen-Krankenhaeuser_Erstfassung_BAnz.pdf

Zurück